Satzung des Vereins Inssan

§1 Präambel

Die Mitglieder des Vereins “Inssan” geben sich

 

-          geleitet von der gemeinsamen Überzeugung, der deutschen Verfassung und dem Islam, insbesondere ihrer Moral und  Ethik verpflichtet zu sein

 

-          einig darin, die Grundzüge der abendländischen Kulturprägung der europäischen Gesellschaften, die Rechtsstaatlichkeit und die demokratischen Grundwerte der deutschen bzw. der europäischen Gesellschaften, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, die Verfassung des Landes Berlin  zu respektieren

 

-          ausgehend von der islamischen Soziallehre: für Freiheit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, Demokratie, Mitverantwortung, Pluralismus, Menschenrechte und den Dialog der Kulturen eintretend

 

folgende Satzung:

§ 2 Name und Sitz

  1. Der Verein führt den Namen  „Inssan“.
  2. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist in das Vereinsregister eingetragen.

§ 3  Gemeinnützigkeit

  1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
  2. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
  3. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden.
  4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 4 Zweck des Vereins

  1. Zweck des Vereins ist ein Beitrag zur bewusstseinsstärkenden Aufklärung der Muslime und Nicht-Muslime zur positiven Gestaltung der friedlichen Zukunft unserer Gesellschaft. Es soll die verantwortungsbewusste, konstruktive Integration der hier in Deutschland lebenden Menschen, vor allem der Muslime, durch die aktive Miteinbeziehung in die Gesellschaft erreicht werden. Der Verein versteht sich als gesellschaftlicher Begegnungs- und Kommunikationsraum, in dem die gemeinsamen Interessen der in Deutschland lebenden Menschen  wahrgenommen werden. Dieses soll im Sinne von gegenseitigem Respekt und Anerkennung  erfolgen und somit ein pluralistisches, friedliches Miteinander ermöglichen, welches gemeinsam gestaltet und verfolgt wird.
  2. Der Verein arbeitet für die  integrative  Etablierung und Aufbewahrung  der elementaren ethischen Grundlagen der islamisch geprägten  Lebensweise, welche als Teilkultur in die deutsche Gesellschaft auf religionsfreiheitlicher Basis friedlich eingeführt werden soll.

 

Dafür will der Verein:

  1. sich  im Sinne der Völkerverständigung  insbesondere der Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialoges, dem Frieden der Völker sowie der Toleranz und der Freiheit des Geistes auf allen Gebieten der Kultur widmen. Die Vereinsarbeit fördert die wechselseitige Achtung von Menschen verschiedener Herkunft, kultureller und geschlechtlicher Identität und politischer Meinung, sowie die politische und kulturelle Gleichstellung der Menschen.

 

  1. Bildung durch geeignete Maßnahmen, wie informative, aufklärende  Veranstaltungen und Aktivitäten  fördern. In diesem Sinne kann der Verein ein Träger von  integrativen Einrichtungen wie Kindergarten, Jugendzentrum und Bildungseinrichtungen sein.

 

  1. die  Wohlfahrtspflege seiner Mitglieder und anderer  wahrnehmen. Durch  Beratung und Betreuung möchte der Verein den  Bürgern  eine integrative Orientierung zur Verfügung stellen, und  sie  insbesondere  in kritischen Situationen unterstützen. Dafür wird eine Beratungsstelle  eingerichtet.

 

  1. „ im Sinne § 53 AO“ seine Tätigkeit darauf richten, insbesondere behinderte und ältere Menschen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind, selbstlos zu unterstützen und ihre eingetretene  Notlage zu beseitigen oder zu linderen.

 

  1. die Pflege der  Kunst und Kultur fördern.

 

  1. sich für die Förderung der Wissenschaft einsetzen. Der Verein fördert die Wissenschaften durch fächerübergreifende Forschungsvorhaben von besonderer wissenschaftlicher und gegebenenfalls praktischer Bedeutung, insbesondere in Bezug auf Integration, Aufklärung und Toleranz. 

 

  1. Sich  der Pflege  des islamischen Glaubens und dessen Lehre und Wahrung der islamischen Werte widmen.

 

  1. Eine möglicht enge Zusammenarbeit mit anderen, sich für die gleichen Ziele engagierenden Vereinen, Organisationen und Institutionen sowohl auf nationaler, europäischer wie internationaler Ebene entwickeln.

Im Einzelnen werden  hierzu vom Verein z.B. folgende Konzepte angestrebt:

Zu A: Völkerverständigung u. a.:

  1. Seminare, Vorträge und Workshops zur Förderung der Kommunikation.

(Training) für ein  besseres Selbstverständnis  und Verständnis der anderen Kulturen  z.B. den Grundlagen abendländischer  Kultur  etc. Dies  soll u.a. durch Weiterbildungsveranstaltungen und Gesprächkreise zu aktuellen Themen erfolgen.

2.      Organisation von multikulturellen Treffen.

 

Zu B.: Bildung u. a.:

  1. Förderung des Schulerfolges durch z.B. kostenlosen Nachhilfeunterricht  und Erlernen von Lerntechniken
  2. Unentgeltliche Computerkurse
2.      Unentgeltliche Sprachkurse wie z.B. Deutsch, Englisch mit EDV Unterstützung

 

Zu C.: Wohlfahrtspflege u. a.:

  1. Pflege, Betreuung und Unterstützung zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben  von Familien und älteren Menschen sowie eventuell Weiterleitung an die zuständigen Einrichtungen.
  2. Treffen und Training Betroffener zur friedlichen Konfliktbewältigung und Steigerung sozialen Kompetenz durch Rollenspiele, Gesprächskreise, Kommunikationstraining und ähnliches.
  3. Beratung, Training und Vermittlung zu kompetenten Trägern von Schulabgängern und Arbeitslosen, insbesondere Jugendliche.

 

Zu D.:  Mildtätige Zwecke  u. a.:
  1. Integrative Betreuung von behinderten Kindern insbesondere aus großen Familien.

 

Zu E.: Kunst und Kultur u.a.:

1)      Ausstellungen über  die verschiedenen  Kunstarten

2)      Theatervorführungen

3)      Kulturelle Filmabende

4)      Folkloreabende

 

Zu F.:  Wissenschaft u. a.:

1)      Unterhaltung einer  öffentlich zugänglichen Bibliothek und  Informationsstelle.

 

2)      Die Untersuchung durch fachlichen Arbeiten  von  sozialgesellschaftlichen Phänomenen wie:

1.    die Ursachen der sozialen Isolation  in konservativen ImmigrantInnenfamilien

2.    Ist die Entkulturalisierung eine Vorraussetzung der  Integration?

3)      Die sozialwissenschaftliche  Entwicklung von integrativen Konzepten durch Fachwissenschaftler  über z.B.

1. Bürgerrechtliche  Erziehung

2. Menschliche Werte in säkularen Gesellschaften

3. Islam und  Menschenrechte

4. zeitnaheVeröffentlichung von den dadurch entstandenen Studien.

 

Zu G.: Religion u. a.:

1.   Verrichtung des islamischen Gottesdienstes

2. Unterweisung von  islamischen theologischen Glaubensinhalten der hier lebenden Muslimen u. a.  in der Form eines Religionsunterrichts für die Muslimische Gemeinde. Eventuell wird ein interreligiöser Unterricht mit anderen Religionsgemeinschaften geplant und geführt. 

 

§ 5 Mitgliedschaft

 

  1. Dem Verein können natürliche Personen als  Mitglied angehören. Über einen Mitgliedsantrag entscheidet der Vorstand. Bei Ablehnung durch den Vorstand kann durch den Antragsteller Berufung bei der Mitgliederversammlung eingelegt werden. Diese ist schriftlich durch den Vorstand über den Berufungsantrag zu informieren.
  2. Fördermitglieder: Jede natürliche oder juristische Person, die die Ziele und Zwecke des Vereins unterstützt, kann Fördermitglied werden und erhält Informationen über die Tätigkeit des Vereins. Fördermitglieder entrichten einen monatlichen Mitgliedsbeitrag, über dessen Höhe jedes Mitglied selbst entscheidet. Fördermitglieder haben kein Wahlrecht.
  1. Ehrenmitglieder: Der Vorstand hat die Möglichkeit, Ehrenmitglieder zu ernennen. Hierzu ist die Zustimmung der Mitgliederversammlung erforderlich. Ehrenmitglieder haben kein Wahlrecht.
  2. Die Mitgliedschaft ist nicht übertragbar. Die Ausübung der Mitgliedsrechte kann nicht einem anderen übertragen werden.
  3. Beendigung der Mitgliedschaft: Die Mitgliedschaft endet

 

a)      mit dem Tode des Mitglieds - sie ist nicht vererblich,

b)      durch freiwilligen Austritt. Der freiwillige Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand. Dies ist nur unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten möglich,

c)      durch Ausschluss durch den Vorstand wegen Beitragszahlungsrückstand von mehr als sechs Monaten.

d)     durch Ausschluss durch den Vorstand wegen vereinsschädigenden Verhaltens.

 

  1. Berufung bei Ausschluss: Gegen den Ausschluss steht dem Mitglied die Berufung an die Mitgliederversammlung zu, die schriftlich binnen eines Monats an den Vorstand zu richten ist, der innerhalb von drei Monaten diese einberuft. Über den Ausschluss entscheidet dann die Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder.

 

§ 6 Beiträge

 

Über die Höhe und die Fälligkeit der Mitgliedsbeiträge entscheidet die Mitglieder-Versammlung.

§ 7 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind

  1. Die Mitgliederversammlung
  2. Der Vorstand
  3. Der  Aufsichtsrat
  4. Der Beirat

 

§ 8 Mitgliederversammlung

 

  1. Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ des Vereins.
  2. Zu den Aufgaben der Mitgliederversammlung gehören insbesondere
  3. Mindestens einmal im Jahr findet eine Mitgliederversammlung statt. Der Vorstand ist zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verpflichtet, wenn mindestens ein Fünftel der Mitglieder dies verlangt.
  4. Die Mitgliederversammlung wird vom Vorstand unter Einhaltung einer Frist von zwei Wochen schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag. Das Einladungsschreiben gilt als den Mitgliedern zugegangen, wenn es an die letzte dem Verein bekannt gegebene Anschrift gerichtet war.
  5. Anträge über die Abwahl des Vorstands, über die Änderung der Satzung einschließlich der Änderung des Vereinszwecks und über die Auflösung des Vereins, die den Mitgliedern nicht bereits mit der Einladung zur Mitgliederversammlung zugegangen sind, können erst auf der nächsten Mitgliederversammlung beschlossen werden.
  6. Die Mitgliederversammlung wird von einem von ihr zu bestimmenden Versammlungs-leiter geleitet.
  7. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Bei Abstimmung entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Abwahl des Vorstandes, Satzungsänderungen einschließlich der Änderung des Vereinszwecks können nur mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden.
  8. Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll anzufertigen, das vom Protokollführer und Mitgliederversammlungsleiter zu unterzeichnen ist.
  1. Wahl und Abwahl des Vorstandes ,
  2. Wahl und Abwahl von Aufsichtsratsmitgliedern,
  3. Wahl eines Kassenprüfers,
  4. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates,
  5. Bestimmung der Geschäftsordnung des Vereins.
  6. Beschlussfassung über die Berufung eines ausgeschlossenen Mitglieds bzw. die Berufung einer als Mitglied abgelehnten Person. 
  7. Festsetzung der Höhe und der Fälligkeit der Mitgliedsbeiträge,
  8. Beschlussfassung über die Änderung der Satzung einschließlich der Änderung des Vereinszwecks,
  9. Beschlussfassung über die Grundsätze für die Erstattung von Aufwendungen (Reisekosten usw.),
  10. Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins.

 

§ 9 Vorstand

  1. Der Vorstand besteht aus mindestens drei und maximal sieben Personen, die von der Mitgliederversammlung bestellt und abberufen werden sowie zusätzlich der/m Geschäftsführer/in als geborenes Vorstandsmitglied. Die genaue Anzahl der Vorstandsmitglieder legt die Mitgliederversammlung fest.
  2. Der Vorstand bestimmt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden.
  3. Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich. Jeweils Zwei seiner Mitglieder sind gemeinsam vertretungsberechtigt.
  4. Die Erteilung von Vollmachten zur rechtsgeschäftlichen Vertretung ist zulässig. Details sind in der Geschäftsordnung geregelt.
  5. Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins in eigener Verantwortung gemäß der Geschäftsordnung.
  6. Der Vorstand wird für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Wiederwahl ist zulässig. Der Vorstand bleibt solange im Amt, bis ein neuer Vorstand gewählt ist.
  7. Der Vorstand kann während seiner Amtszeit nur durch Wahl eines neuen Vorstands abgewählt werden.
  8. Der Vorstand kann eine/n Geschäftsführer/in bestellen.  Er ist vor dem Vorstand verantwortlich und an seine Weisungen gebunden.
  9. Scheidet ein Vorstandsmitglied vorzeitig aus, wird ein neues Vorstandsmitglied durch den Vorstand ernannt. Das nachgerückte Vorstandsmitglied muss auf der nächsten  Mitgliedervollversammlung bestätigt werden.

§10 Der Aufsichtsrat

 

Es kann bei Bedarf ein Aufsichtsrat gebildet werden.

 

§11 Der Beirat

 

  1. Der Beirat setzt sich aus Personen des öffentlichen Lebens zusammen, die vom Vorstand berufen werden.
  2. Der Beirat berät und unterstützt den Vorstand.

 

§ 12  Geschäftsjahr und Rechnungslegung

  1. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Das erste Geschäftsjahr endet am 31. Dezember des Gründungsjahres.
  2. Der Vorstand hat bis zum 31. März jeden Jahres für das vergangene Geschäftsjahr den Jahresabschluss aufzustellen.
  3. Die Prüfung des Jahresabschlusses erfolgt durch den von der Mitgliederversammlung bestimmten Kassenprüfer. Dieser hat jederzeit das Recht, die Vereinskasse und die Buchführung zu überprüfen. Über das Ergebnis der Prüfung ist der Mitgliederversammlung Bericht zu erstatten.

§13 Protokollierung

Über alle Sitzungen, gleich welcher Organe, sind schriftliche Protokolle zu erstellen, in denen insbesondere die Anträge und das Ergebnis der Abstimmungen hierüber festzuhalten sind und vom jeweiligen Leiter der Sitzung zu unterzeichnen sind. Die Protokolle sind vom Vorstand aufzubewahren und den Mitgliedern auf Wunsch zur Einsicht zur Verfügung zu stellen.

§14 Verfahrensgrundsätze

1. Beschlüsse werden, soweit in der Satzung nichts anderes bestimmt ist, mit einfacher Mehrheit gefasst.

§ 15 Auflösung des Vereins

 

Die Auflösung des Vereins kann nur von einer zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung mit 3/4 Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder beschlossen werden. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen bleiben außer Betracht.

Bei Auflösung oder Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen an eine, von der Mitgliederversammlung zu bestimmende, juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks  Verwendung für die Förderung des Islamischen Lebens in Deutschland.

Berlin, den 1.7.2011

 
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