Sich von der Liebe leiten lassen

Das Wort "Inssan" kommt aus dem Arabischen. Auf Deutsch bedeutet es: "der Mensch". In Neukölln hat sich 2002 ein Verein gleichen Namens gegründet. Ihr Ziel: Sich als junge Muslime in Deutschland zu verorten und Herausforderungen anzunehmen, die die Gesellschaft hierzulande stellt. Dazu gehört, dass Zwangsheirat und Ehrenmord nicht erlaubt sein dürfen.
Die Ereignisse der letzten Monate in Berlin haben die Leute von Inssan e. V. zum Handeln bewogen. "Zwangsehen sind ein Verbrechen", schreiben Sie quer über eine Postkarte, auf der im Hintergrund ein großes rotes Herz prangt. Im Gegensatz dazu ist "Isl'amour" das Gebot der Stunde. Der Verein ruft auf, ihm bis zum 13. August die tollsten "Heiratsgeschichten" von Muslimen zu schicken. Denn Mohammed soll schon vor 1.400 Jahren Eheschließungen unter Zwang verboten haben. Der erste Preis für die schönste Love-Story, wie könnte es anders sein: ein Wochenende in Paris.
Inssan e. V. hat verstanden, dass der Islam durch Terror im Politischen und Privaten ein Imageproblem bekommen hat, dass ihr Glauben nachhaltig diskreditiert werden könnte. Sie wollen extreme Auslegungen ihrer Religion nicht länger hinnehmen. Nach innen, in die Moscheegemeinden hinein, werben sie für eine weltoffenere Sicht auf die Gesellschaft. Islam und Amour ist nur ein Beispiel dafür. Nach außen, in die deutsche Gesellschaft, stellen sie sich als moderierende Organisation dar, die auch den interreligiösen Dialog sucht. WS

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